
Heilige Abfallgruben
Favissae und Kultdeposite in Israel/Palästina von der Spätbronzezeit bis zur Perserzeit- Autor:innen:
- Reihe:
- Ägypten und Altes Testament, Band 92
- Verlag:
- 2019
Zusammenfassung
Die rituelle Bestattung von kultisch verwendeten Objekten ist ein weltweit verbreitetes Phänomen. Im Nahen Osten lässt sich rituelle Bestattung bis in das 7. Jt. v. Chr. zurückverfolgen. Sobald ein Gegenstand am Heiligtum der Gottheit geweiht wurde, gelangte er in den Besitz dieser Gottheit und durfte nicht mehr aus dem Heiligtum entfernt oder profan genutzt werden. Von Zeit zu Zeit wurden deshalb die nicht mehr brauchbaren, beschädigten oder einfach zu zahlreich werdenden Objekte in eigens dafür angelegten Gruben, sog. Favissae (sg. Favissa), rituell bestattet. Obwohl viele Kultobjekte und Weihegaben bei Ausgrabungen in sekundärer Ablage in Israel/Palästina entdeckt wurden, fand das Thema der rituellen Bestattung bislang kaum Aufmerksamkeit in der Biblischen Archäologie. Die archäologische Untersuchung (Kap. 5–8) stellt die Entwicklung dieser Kultpraxis über den Zeitraum von 1200 Jahren dar, unabhängig von den wechselnden politischen und religiösen Gegebenheiten der südlichen Levante während dieses Zeitraums, also im Sinne einer histoire de longue durée. Sie erforscht zudem die regionalen und kulturellen Besonderheiten, denen die rituelle Bestattung unterliegt. Weiterhin wird überprüft, inwieweit kultische Deposite als Merkmal für ein nicht mehr vorhandenes Heiligtum dienen können. Das Ergebnis der archäologisch-historischen Untersuchung (Kap. 9) wird im zweiten Teil der Arbeit als Hilfsmittel für die Exegese eines Textes des Tanachs verwendet. Die biblische Überlieferung erwähnt die Kultpraxis der rituellen Bestattung nirgends explizit. Dieses Faktum ist auf der Grundlage des hohen Interesses vieler biblischer Autoren/Redaktoren an kultischen Fragen erstaunlich. Nur ein Text der Hebräischen Bibel weist indirekt auf das Phänomen der rituellen Bestattung hin: in Gen 35,1–7 wird das Vergraben von „fremden Göttern“ und Ohrringen unter der Terebinthe von Sichem durch Jakob geschildert.
The ritual burial of cultic objects is known worldwide, in the ancient Near East since 7 millennium BC. An object dedicated to a deity could not simply be removed from the sanctuary. Ever now and then useless, damaged or superfluous objects were buried in pits, so-called favissae (sg. favissa). Although many cultic objects and votive offerings have been excavated in Israel/Palestine the topic of ritual burial was not given much attention by Biblical archaeology. The archaeological part of the Nicole Straßburger's study (chap. 5-8) examines the development of this cultural practice, covering a period of 1200 years in the Southern Levant as an "histoire de longue durée". Attention is paid to regional and cultural peculiarities. The results of the archaeological examination are used in the second part (chap. 9) to contribute to the exegesis of a Biblical text: Gen 35,1-7 narrates Jacob's burial of "foreign gods" and earrings beneath the Terebinth of Sichem.
Reihe
E009677000 - Band 92
Schlagworte
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Bibliographische Angaben
- Auflage
- 1/2019
- Copyrightjahr
- 2019
- ISBN-Print
- 978-3-96327-054-3
- ISBN-Online
- 978-3-96327-055-0
- Verlag
- Zaphon, Münster
- Reihe
- Ägypten und Altes Testament
- Band
- 92
- Sprache
- Deutsch
- Seiten
- 422
- Produkttyp
- Monographie
Inhaltsverzeichnis
- Inhalt Kein Zugriff
- Vorwort Kein Zugriff
- 1 Einleitung Kein Zugriff Seiten 9 - 10
- 2.1 Zur Verwendung des Begriffs Favissa in der antiken Literatur Kein Zugriff
- 2.2 Forschungsgeschichte zur rituellen Bestattung innerhalb der Archäologie Kein Zugriff
- 3 Methodisches Vorgehen Kein Zugriff Seiten 21 - 24
- 4 Aufbau der Arbeit Kein Zugriff Seiten 25 - 26
- Archäologischer Teil Kein Zugriff Seiten 27 - 26
- 5.1 Der Vergleichsbefund: Favissae in Zypern und im syro-phönizischen Raum Kein Zugriff
- 5.2 Zur religiösen Topographie der südlichen Levante Kein Zugriff
- 5.3 Kriterienkatalog Kein Zugriff
- 6.1.1 Lachisch (Tell ed-Duwēr), Grabentempel I, Favissae Kein Zugriff
- 6.1.2 Lachisch (Tell ed-Duwēr), Grabentempel II, Favissae Kein Zugriff
- 6.1.3 Lachisch (Tell ed-Duwēr), Grabentempel III, Favissae Kein Zugriff
- 6.1.4 Lachisch (Tell ed-Duwēr), Akropolis Areal P, Schicht VII/P-1, Favissae Kein Zugriff
- 6.1.5 Lachisch (Tell ed-Duwēr), Akropolis Areal P, Schicht VI, Favissae Kein Zugriff
- 6.1.6 Hazor, Unterstadt Areal H, Orthostatentempel IB, Favissae Kein Zugriff
- 6.1.7 Megiddo (Tell el-Mutesellim), Areal B-B, „Tower Temple“, Schichten VIII–VIIA, Favissa in der Plattform des Tempels Kein Zugriff
- 6.2.1 Schilo (Ḥirbet Sēlūn), Areal D, Schicht VI Kein Zugriff
- 6.3.1 Tel Qašīš (Tell el-Qassīs), Höhle und Deposite am Fuß des Tells Kein Zugriff
- 6.4 Die Favissae und Kultdeposite der Spätbronzezeit – Zusammenfassung und Interpretation der Befunde Kein Zugriff
- 7.1.1 Tell Qasīle, Kultgebäude 200, Stratum XI Kein Zugriff
- 7.1.2 Yavne (Tell ed-Deir), „Temple Hill“ Favissa Kein Zugriff
- 7.1.3 Aschdod-Yam (Minet al-Qala), Favissa an der Befestigungsanlage Kein Zugriff
- 7.1.4 Lachisch (Tell ed-Duwēr), Akropolis, Schicht IV, Favissa in Locus „Room 49“ Kein Zugriff
- 7.1.5 Kuntilet ʿAǧrūd (Ḥorvat Teiman), Building A, Kultnische Kein Zugriff
- 7.1.6 ʿEn Ḥaṣeva (ʿĒn Hosb), „Edomitischer Schrein“, Stratum 5/4 Kein Zugriff
- 7.1.7 Rāmat Rāḥēl (Ḫirbet Ṣāliḥ), Gruben im zentralen Palasthof, Stratum V, Building Phase 2 Kein Zugriff
- 7.2.1 Tel Moẓa, mögliche Favissa in Areal B Kein Zugriff
- 7.2.2 Ḥorvat Qiṭmīt, östlicher Hang, Deposit Locus 80 Kein Zugriff
- 7.3.1 Hazor (Tell el-Qedāḥ) Akropolis, Areal B, Hortfund, Schicht XI Kein Zugriff
- 7.3.2 Jerusalem, südöstlicher Hügel, Deposit in Cave I, Stratum 12 Kein Zugriff
- 7.3.3 Samaria (Sebastia), Struktur E 207, Periode VI Kein Zugriff
- 7.3.4 Tel Michal, Osthügel, Deposite an Gebäude 300 Kein Zugriff
- 7.3.5 Lachisch (Tell ed-Duwēr), Akropolis, Schicht III, Grube 135 Kein Zugriff
- 7.3.7 Tell es-Sebaʿ, Stratum III/II, Grube L866 Kein Zugriff
- 7.3.6 Aschkelon, Hortfund Kein Zugriff
- 7.4 Die Favissae und Kultdeposite der Eisenzeit – Zusammenfassung und Auswertung Kein Zugriff
- 8.1.1 Tel Ṣippor (Tell et-Tayur), Siedlungshügel Kein Zugriff
- 8.1.2 Tel ʿErani (Tell eš Šeḫ Aḥmed el-ʿArēni), Areal D, Grube in frühbronzezeitlicher Mauer Kein Zugriff
- 8.1.3 Tel Akko (Tell es-Fukhar), Areal F, Phase 5, Locus 46 Kein Zugriff
- 8.1.4 Dor (Ḫirbet el-Burǧ), Areal C1, Locus 4321 Kein Zugriff
- 8.1.5 Dor (Ḫirbet el-Burǧ), Areal B, Locus 228 Kein Zugriff
- 8.2.1 Tell eṣ-Ṣāfī (hebr. Gat), Fundansammlung „rubbish heap“ Kein Zugriff
- 8.2.2 Lachisch (Tell ed-Duwēr), Cemetery, Areal 500, Deposite Kein Zugriff
- 8.3.1 Dor (Ḫirbet el-Burǧ), Areal D2, Square AN/11, Locus L15066 Kein Zugriff
- 8.3.2 Dor (Ḫirbet el-Burǧ), Areal D2, Square AK/13, Locus L17072 Kein Zugriff
- 8.3.3 Dor (Ḫirbet el-Burǧ), Areal D2, Square AO/12–13, Locus 30049 Kein Zugriff
- 8.4 Die Favissae und Kultdeposite der Perserzeit – Zusammenfassung und Auswertung Kein Zugriff
- Exegetischer Teil Kein Zugriff Seiten 289 - 288
- 9.1 Literatur Kein Zugriff
- 9.2 Der Text Gen 35,1–7: Exegese Kein Zugriff
- 9.3.1 Die Terebinthe von Sichem Kein Zugriff
- 9.3.2 Das Vergraben der Figurinen und Ohrringe Kein Zugriff
- 9.4 Analyse von Gen 35,1–7 im archäologischen und historischen Kontext Kein Zugriff
- 9.5 Zusammenfassung Kein Zugriff
- 10 Zusammenfassung und Ausblick Kein Zugriff Seiten 313 - 326
- 11.1 Abkürzungsverzeichnis Kein Zugriff
- 11.2 Literaturverzeichnis Kein Zugriff
- 11.3 Ortsregister Kein Zugriff
- 11.4 Abbildungen und Fotos Kein Zugriff





