
Narrative des Scheiterns
Zur Konstitution von Identität in biographischen Krisen- Autor:innen:
- Verlag:
- 2020
Zusammenfassung
Im Scheitern stößt der Mensch an die Grenzen seiner eigenen Steuerungsfähigkeit. Mit einem Mal kann er seiner Umwelt – zuweilen auch seiner eigenen Innenwelt – nicht mehr Herr werden. Damit ist ein grundlegendes Problem des Handelnden angesprochen.
Aus narratologischer Perspektive kann Scheitern als Bruch innerhalb einer Kontinuität von Sinnhaftigkeit konzipiert werden, die jedoch für die Identität des individuellen Akteurs unentbehrlich ist. Dieser Bruch ist somit das Ende von Anschlussfähigkeit innerhalb jeweils spezifischer lebensweltlicher Sinnbereiche: Eine Störung unterbricht die Verflechtungsordnung des Selbst und verunmöglicht es, die bisherige Struktur der narrativen Identität fortzuführen. Der Akteur ist gezwungen, neue strukturelle Formen von Identität auszuformen und diese auf Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft umzulegen.
Nach dem Scheitern müssen zudem neue Formen von Handlungsmacht etabliert und die Erfahrung von entzogener Steuerungsmacht in den Kurs des eigenen Lebens integriert werden. Untersucht werden in diesem Buch daher erzählerische Praktiken deutsch- und englischsprachiger internationaler Sprecher/innen, die dazu dienen, nach dem Bruch der narrativen Identität aus dem Scheitern heraus eine neue Sinnstruktur aufzuspinnen und Handlungsfähigkeit zurückzugewinnen.
Den analytischen Fluchtpunkt dieser Exploration von biographischen Narrativen des Scheiterns bildet somit die Frage, wie das Selbst sich angesichts des Scheiterns erzählt, welche neuen Praktiken der Selbstbezüglichkeit sich ausformen und welches Verhältnis sich zwischen Scheitern und narrativer Identität aufspannt. Auf diese Weise liefert die Studie eine neue Perspektive darauf, was Scheitern ist und wie es konzipiert und verstanden werden kann.
Publikation durchsuchen
Bibliographische Angaben
- Auflage
- 1/2020
- Copyrightjahr
- 2020
- ISBN-Print
- 978-3-95832-213-4
- ISBN-Online
- 978-3-7489-1170-8
- Verlag
- Velbrück Wissenschaft, Weilerswist
- Sprache
- Deutsch
- Seiten
- 244
- Produkttyp
- Monographie
Inhaltsverzeichnis
- Titelei/Inhaltsverzeichnis Kein Zugriff Seiten 1 - 6
- Einleitung Kein Zugriff Seiten 7 - 18
- Scheitern im Licht von Handeln und Praxis Kein Zugriff
- Segmentierung und Sequentialität Kein Zugriff
- Perspektivität und Positionalität Kein Zugriff
- Narrativierung auf Begriffsebene Kein Zugriff
- Erzählen und Erinnern: Biographische Selbstnarrationen Kein Zugriff
- Agency: Narrative Konstruktionen von Handlungsmacht Kein Zugriff
- Narrative Identität bei Paul Ricoeur Kein Zugriff
- Zwischenresümée Kein Zugriff
- Datengrundlage und Untersuchungsmethode Kein Zugriff
- Im Scheitern: Der Verlust des Handlungsbogens Kein Zugriff
- Richtungen von Wirksamkeit Kein Zugriff
- Vertrauen als Abgabe von Handlungsmacht Kein Zugriff
- Handlungsinstanzen im Innern und die Definitionsmacht des Ich über sich Kein Zugriff
- Übermächtige Instanzen Kein Zugriff
- Zwischenresümée: Variablen der Agency-Konstruktion Kein Zugriff
- Selbstkomplexität und Kompartmentalisierung Kein Zugriff
- Zur Entkoppelung von Handlungsebene und Seinsebene Kein Zugriff
- Zwischenresümée: Selbstkonzepte im Scheitern Kein Zugriff
- Kodierung und Kartierung des Selbst Kein Zugriff
- Die epistemische Funktion von Emotionen in Narrativen der Selbstkonstitution Kein Zugriff
- Die innere Reise: A Hero’s Journey Kein Zugriff
- Zwischenresümée: Die Verschiebung des Referenzpunkts Kein Zugriff
- Schlussbetrachtungen Kein Zugriff Seiten 216 - 227
- Danksagung Kein Zugriff Seiten 228 - 229
- Transkriptionskonventionen Kein Zugriff Seiten 230 - 231
- Literaturverzeichnis Kein Zugriff Seiten 232 - 244




