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Oriental Societies and Societal Self-Assertion

Associations, Funds and Societies for the Archaeological Exploration of the ‘Ancient Near East’
Herausgeber:innen:
Verlag:
 2024

Zusammenfassung

Mit der rasch zunehmenden wirtschaftlichen Bedeutung des Bürgertums ab etwa 1870 wurden in Europa und Amerika private Vereine, Fonds und Gesellschaften gegründet, um archäologische Expeditionen in die „Länder der Bibel“ zu finanzieren, die staatliche Institutionen wie Universitäten und Museen sowie Akademien der Natur- und Geisteswissenschaften ergänzten.



Die Erforschung der Geschichte des Alten Orients diente von Anfang an der Reflexion des „westlichen“ Selbstverständnisses und lieferte die Grundlage für die Projektion der Weltanschauung. Vor dem Hintergrund der zunehmenden Professionalisierung archäologischer Disziplinen ermöglichten Gelehrtengesellschaften auch Laien, Amateuren und Dilettanten die Teilnahme an wissenschaftlichen Debatten und die Verbreitung bestimmter konzeptioneller Rahmen dessen, was als „Alter Orient“ wahrgenommen wurde.



Hinter der Bewegung standen unterschiedliche Motivationen, aber auch jeweilige „nationale“ Kulturen in der Wissenschaft. Obwohl wirtschaftliche und strategische Interessen in diesem „Zeitalter des Imperiums“ eine entscheidende Rolle spielten, sollte der Historiker andere Faktoren nicht ignorieren. Angesichts der zentralen Bedeutung des alten Nahen Ostens als „Wiege“ von nicht weniger als drei Weltreligionen sowie der frühesten Staaten und sogar Imperien der Weltgeschichte wurde es für europäische und andere „westliche“ Nationen zu einer Prestigefrage, ihre Museen mit Objekten aus dieser fernen Vergangenheit zu füllen – Objekte, die mit den Ursprüngen ihrer „eigenen“ Kultur, wie sie sie wahrnahmen, in Zusammenhang standen.



Darüber hinaus darf die exotische Anziehungskraft des „Orients“ nicht vergessen werden, denn er diente als Mittel der Selbstbestätigung in Abgrenzung zum orientalischen „Anderen“, und legitimierte die koloniale Ausbeutung und die Semantik einer „Bürde des weißen Mannes“, eine zivilisierende „Mission“ und eine kulturelle Verantwortung für den Orient aus sich zu nehmen.



Nach den vielen politischen Umwälzungen infolge des Ersten Weltkriegs entstanden neue Vereinsformen, um den Verlust staatlicher Mittel auszugleichen, aber auch um den Verlust zuvor fest verankerter Weltanschauungen zu beheben.



Eine systematische und transnationale Untersuchung dieser Zusammenhänge bleibt ein Desiderat. Dieser Band mit Beiträgen von Historikern und Archäologen sowie Vertretern anderer Disziplinen aus verschiedenen Ländern bietet die Grundlage für einen wirklich interdisziplinären Diskurs, der sich auf orientalische Gesellschaften als Mittel gesellschaftlicher Selbstbehauptung konzentriert.


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Bibliographische Angaben

Auflage
1/2024
Copyrightjahr
2024
ISBN-Print
978-3-96327-248-6
ISBN-Online
978-3-96327-249-3
Verlag
Zaphon, Münster
Reihe
Investigatio Orientis / Beiträge zur Wissenschaftsgeschichte der Orientalistik
Band
10
Sprache
Englisch
Seiten
326
Produkttyp
Sammelband

Inhaltsverzeichnis

KapitelSeiten
    1. Table of Contents Kein Zugriff
    2. Editors’ Foreword Kein Zugriff
  1. Europe and the Orient: Bourgeois Scholarship and Imperial Sense of Mission in the Long 19th Century Kein Zugriff Seiten 15 - 32
    Autor:innen:
    1. The Rise and Fall of the Società Asiatica Italiana Kein Zugriff Seiten 35 - 54
      Autor:innen:
    2. The Motivations of the Palestine Exploration Fund: Hidden and not-so Hidden Agendas at Work in a Learned Society in the Late 19th Century Kein Zugriff Seiten 55 - 72
      Autor:innen:
    3. The “Assyrian Society” and the Early Exploration of Ancient Mesopotamia Kein Zugriff Seiten 73 - 84
      Autor:innen:
    1. The Sichem Committee: A Case Study of Dutch Private Sponsorship of Near Eastern Archaeology Kein Zugriff Seiten 87 - 104
      Autor:innen:
    2. Oriental Societies and Hittite Studies in Victorian England: Tracing the History of an Entangled Relationship Kein Zugriff Seiten 105 - 122
      Autor:innen:
    3. Babylon Society, a Private Japanese Association in the Early Years of the 20th Century Kein Zugriff Seiten 123 - 138
      Autor:innen:
    1. The Fondation Égyptologique Reine Élisabeth in Belgium and the Creation of National and Transnational Egyptological Research Infrastructures in the 1920s–1940s Kein Zugriff Seiten 141 - 166
      Autor:innen:
    2. Fundraising for Amarna: Evidence from the EES Archive Kein Zugriff Seiten 167 - 186
      Autor:innen:
    3. Jews excavating in Egypt? An Archaeological Endeavour of the Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens Kein Zugriff Seiten 187 - 200
      Autor:innen:
    1. Hungarian Archaeological Presence and Absence in Egypt and the Orient at the End of the Long 19th Century and during the Interwar Period Kein Zugriff Seiten 203 - 224
      Autor:innen:
    2. Bohemian Absences: The Academy of Sciences in Prague and the Network of European Institutions Involved in Archaeological Research in Egypt in the 1900s Kein Zugriff Seiten 225 - 248
      Autor:innen:
    3. From Wish to Reality: The Foundation and Early Years of the Netherlands Institute for the Near East (NINO) Kein Zugriff Seiten 249 - 268
      Autor:innen:
    4. The Ancient Near East and Egypt in the Netherlands: Overview of Dutch Societies and Initiatives in the 19th and 20th Century Kein Zugriff Seiten 269 - 304
      Autor:innen:
    5. Financing Babylon: The German Oriental Society and its Funding System Kein Zugriff Seiten 305 - 314
      Autor:innen:
  2. Illustration Credits Kein Zugriff Seiten 315 - 316
  3. Index Kein Zugriff Seiten 317 - 324

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