
Die Grenzorganisation der spätantiken Kyrenaika
Studien zu den Militärreformen unter Anastasius I. (491–518 n. Chr.)- Autor:innen:
- Verlag:
- 2025
Zusammenfassung
Im Zentrum der Untersuchung steht die historische Auswertung eines 14 Bestimmungen umfassenden Gesetzestextes aus der Regierungszeit von Anastasius I. (491–518 n. Chr.). Dieses Gesetz, das in der Forschung unter dem Titel de rebus Libycis bzw. de rebus Libyae Pentapolis denuo constituendis bekannt ist, wurde auf Stein verewigt und in mehreren Städten der Kyrenaika, dem östlichen Teil des modernen Libyens, entdeckt. Diese Region befand sich am südwestlichen Rand des (ost-)römischen Reiches und wurde folglich als Grenzraum aufgefasst. Zu den wichtigsten Neuerungen der spätrömischen Zeit gehörte die Organisation eines solchen Grenzbereichs in einem Dukat, das einem als dux limitis bezeichneten Funktionsträger unterstellt wurde. In diesem Zusammenhang bieten die Bestimmungen des Anastasius einen hervorragenden Einblick in einen Akt der politischen Kommunikation zwischen der kaiserlichen Zentrale, dessen untergeordneten Verwaltungsorganen und der Peripherie des Herrschaftsraumes in der Form des dukalen Amtssprengels. In der Folge soll daher durch die systematische Analyse des Gesetzes die von den militärischen Erfordernissen geprägten Organisationsstrukturen des libyschen Dukats untersucht werden. Bei der in der Kyrenaika überlieferten Inschrift handelt es sich um eine kaiserliche Konstitution und damit um eine römische Staatsurkunde. In der epigrafischen Forschung hat in den letzten Jahrzehnten der fruchtbare Ansatz Fuß gefasst, solche Dokumente und Texte nicht mehr losgelöst von ihrem Aufstellungsort, der unmittelbar adressierten Öffentlichkeit sowie dem verwendeten Material des Inschriftträgers und im Einzelfall sogar des Monuments, welche die jeweilige Inschrift zierte, zu untersuchen.Der libysche Militärerlass des Anastasius wurde bislang in das Jahr 501 n. Chr. datiert. Dies beruhte allerdings auf einer falschen Lesung der Kaisertitulatur. Im Rahmen der Untersuchung konnte das Jahr 492 n. Chr. als neuer terminus post quem bestimmt werden. Aufgrund dieser neuen Datierung war es möglich, die Bestimmungen des Kaisers in der Pentapolis mit der im Protokoll seiner Thronbesteigung überlieferten Forderung der hauptstädtischen Bevölkerung nach einer stärkeren Beachtung der militärischen Belange des Reiches zu verbinden. Anastasius kam dieser Forderung in seiner umfassenden Erneuerung des Militärs nach. Wie nun die libyschen Inschriften detailliert belegen, lässt sich diese Reform in zwei Teile gliedern: Im ersten Teil wurden vornehmlich reichsweite Standards etabliert, bekräftigt und feinjustiert. Im zweiten Teil wurden hingegen die speziellen Regelungen für den jeweiligen Geltungsbereich festgelegt. Es sind diese Anordnungen, die die Reform der Dukate ausmachten. Aufbauend auf den in der Kyrenaika gewonnen Beobachtungen wurden dann die übrigen Grenzbereiche des oströmischen Reiches in den Blick genommen. Dabei wurde deutlich, dass ein weiterer wichtiger Baustein der Reformen im Ausbau der militärischen Infrastruktur lag.
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Bibliographische Angaben
- Auflage
- 1/2025
- Copyrightjahr
- 2025
- ISBN-Print
- 978-3-96327-264-6
- ISBN-Online
- 978-3-96327-265-3
- Verlag
- Zaphon, Münster
- Reihe
- Muziris / Historische Papyrologie, Epigraphik und verwandte Gebiete der antiken Kulturen / Historical papyrology, epigraphy and neighbouring fields in ancient cultures
- Band
- 3
- Sprache
- Deutsch
- Seiten
- 334
- Produkttyp
- Monographie
Inhaltsverzeichnis
- Vorwort Kein Zugriff
- Inhaltsverzeichnis Kein Zugriff
- 1.1 Methodisches Kein Zugriff
- 1.2 Von großen und kleinen Strategien Kein Zugriff
- 1.3 Quellenlage Kein Zugriff
- 2.1 Geografische Gegebenheiten Kein Zugriff
- 2.2.1 Libya Inferior Kein Zugriff
- 2.2.2 Libya Superior Kein Zugriff
- 2.2.3 Der Sirtebogen Kein Zugriff
- 2.3 Naturkatastrophen Kein Zugriff
- 2.4 Synesius von Kyrene: Zwischen lokaler Autonomie und imperialerMilitärpolitik Kein Zugriff
- 2.5 Zwischenergebnis Kein Zugriff
- 3.1.1 Die Schlacht am Kap Bon Kein Zugriff
- 3.2.1 Die Garamanten des Fezzan Kein Zugriff
- 3.2.2 Überlegungen zur „Berber-Diaspora“ Kein Zugriff
- 3.2.3 Laguatan/Leuethai/Lawata Kein Zugriff
- 4.1 Fundhistorie und Forschungsgeschichte Kein Zugriff
- 4.2 Inschriftträger und Schriftbild Kein Zugriff
- 4.3 Urbaner Kontext Kein Zugriff
- 4.4 Text und Übersetzung Kein Zugriff
- 4.5.1 Datierung und Intitulatio Kein Zugriff
- 4.5.2 θείοι τύποι Kein Zugriff
- 4.5.3 Das Officium des Dux (§1–3) Kein Zugriff
- 4.5.4 Korruption und Amtsmissbrauch (§4–5) Kein Zugriff
- 4.5.5 Die Verteilung der Annona (§6) Kein Zugriff
- 4.5.6 Rechte, Aufgaben, Dienstpflichten der Soldaten (§7–8; 10–12) Kein Zugriff
- 4.5.7 Die Gerichtsbarkeit des Dux (§9 Kein Zugriff
- 4.5.8 Strafmaßnahme (§13) Kein Zugriff
- 4.5.9 Liste der Sonderzuwendungen/Sporteln (§14) Kein Zugriff
- 4.6 Zwischenergebnis Kein Zugriff
- 5.1 Das Heer richte auf! Kein Zugriff
- 5.2.1 Der Bürgerkrieg gegen die Isaurier Kein Zugriff
- 5.3.1 Die langen Mauern Kein Zugriff
- 5.4.1 Die Perser Kein Zugriff
- 5.4.2 Arabische Verbündete und Föderaten Kein Zugriff
- 6 Ergebnisse: Igel und Stachelschwein Kein Zugriff Seiten 237 - 240
- 7.1.1 Ptolemais Kein Zugriff
- 7.1.2 Taucheira/Tokra Kein Zugriff
- 7.1.3 Apollonia Kein Zugriff
- 8.1 Abbildungen Kein Zugriff
- 8.2 Quellen Kein Zugriff
- 8.3 Sekundärliteratur Kein Zugriff
- 9.1 Personen, Orte, Sachen Kein Zugriff
- 9.2 Gesetzestexte Kein Zugriff

