Die seit 2004 vom Institut für Sozialforschung herausgegebene „WestEnd. Neue Zeitschrift für Sozialforschung“ richtet sich an ein breiteres intellektuelles Lesepublikum. An ihre berühmte Vorgängerin, die Zeitschrift für Sozialforschung (1932–1941), schließt sie insofern an, als sie sowohl den Gedanken der Interdisziplinarität als auch den Anspruch einer kritischen Gesellschaftstheorie fortführt. Zur Veröffentlichung kommen Aufsätze und Essays aus unterschiedlichen Disziplinen (u.a. Soziologie, Philosophie, politische Theorie, Ästhetik, Geschichte, Entwicklungspsychologie, Rechtswissenschaft und politische Ökonomie), die in ihrer Gesamtheit zu einer umfassenden Analyse der aktuellen gesellschaftlichen Lage beitragen und Perspektiven emanzipatorischer Umgestaltung aufweisen. Neben den Rubriken „Studien“ und „Eingriffe“ behandelt jedes Heft ein Schwerpunktthema. Sie richtet sich an eine breite Leserschaft aus Lehre und Forschung, Politik und Verwaltung, Publizistik und Medien. Im Zeichen eines methodologischen, disziplinären und politischen Pluralismus schlägt sie Brücken zwischen Theorie, Empirie und politischer Praxis. Homepage: www.westend.nomos.de
In den Geistes- und Sozialwissenschaften ist Kritik in letzter Zeit unter Beschuss geraten und sogar für tot erklärt worden. Da ich die Berichte über ihren Tod für übertrieben halte, aber einräumen muss, dass man eine gute Krise niemals...
In letzter Zeit wurde in der englischsprachigen Diaspora vermehrt palästinensische Literatur veröffentlicht, welche sich mit Palästina als Herkunfts- und Sehnsuchtsort auseinandersetzt. Es handelt sich dabei um Arbeiten 1947/48 geflohener und im...
Die Welt der Politik richtet sich selten nach dem, was gemäß normativen Theorien der Gerechtigkeit, des Gemeinwohls usw. sein soll. Die Welt ist nicht ideal. Wer das bloß beklagt, droht nur noch zu lamentieren. Wer die schlechten Realitäten...
Der Beitrag diskutiert zunächst Marcel Maussʼ Gabenmodell, das in den Sozialwissenschaften die einschlägige Referenz für Theorien der Reziprozität darstellt. Dabei wird herausgearbeitet, dass Gabe und Reziprozität klarer als bisher...
Wem gilt unsere Solidarität? Die soziologische Theorie, aber auch der politische Alltagsverstand bieten auf diese Frage ein erstaunlich breites Spektrum an Antworten. Unabhängig von der Reichweite von Solidarität impliziert der Begriff jeweils...
Der Dokumentarfilm Fuocoammare (Seefeuer) von Gianfranco Rosi nähert sich den Themen Migration, Flucht und Hilfe, indem er die Realität auf der Mittelmeerinsel Lampedusa beleuchtet. Dieser Beitrag nimmt den Film zum Ausgangspunkt, um Formen des...
Die Aufnahme vietnamesischer boat people Ende der siebziger Jahre in der Bunderepublik und die Aufnahme von syrischen, afghanischen und anderen Flüchtlingen um 2015 weisen bemerkenswerte Parallelen auf: Zunächst setzten sich Zivilgesellschaft,...
Das plötzliche Auftreten der Bewegung der Gilets Jaunes, der Gelbwesten, ihre rasche Ausbreitung, Beständigkeit und Popularität hat Politiker und Kommentatoren gleichermaßen erstaunt und verwirrt. Anfänglich als bloße Reaktion auf eine...
In diesem Essay wird mit einem Abstand von mehr als 60 Jahren der Versuch unternommen, die eminente Bedeutung zu umreißen, die Claude Lévi-Strauss’ Buch über die Traurigen Tropen für die Geistes -und Sozialwissenschaften zukommt. Die These...
1945 legten die Alliierten ihre Besatzungspolitik gegenüber Japan und Deutschland fest, darunter für Deutschland das Verbot, den Nationalsozialismus und Militarismus zu propagieren, und für Japan, »Ultranationalismus« und Militarismus. Masao...