Psychologie als Argument in der juristischen Literatur des Kaiserreichs
- Herausgeber:innen:
- Reihe:
- Rheinische Schriften zur Rechtsgeschichte, Band 11
- Verlag:
- 2009
Zusammenfassung
Wie die aktuelle Diskussion über Konsequenzen neuer Erkenntnisse zur Willensfreiheit für das Strafrecht zeigt, kommt kaum eine Rechtswissenschaft ohne eine Vorstellung von der menschlichen Psyche aus.
Dies gilt in ähnlicher Weise bereits für die Rechtswissenschaft des Zweiten deutschen Kaiserreichs. Fragen der Zurechnung in Straf- und Zivilrecht mussten damals ebenso psychologisch reflektiert werden, wie „Staatskörperkonzeptionen“ im Verfassungsrecht. Hinzu kam damals die Konfrontation mit einer in ihrer Bedeutung wachsenden, wenn auch organisatorisch und methodisch noch unstrukturierten psychologischen Wissenschaft. Der vorliegende Band geht erstmals aus rechts-, psychologie- und medizinhistorischer Sicht der Frage nach, wie das Recht auf diese Herausforderung reagierte. Welche Rolle spielte das psychologische Argument im juristischen Diskurs? Und woher bezog man sein entsprechendes Wissen? Übernahmen die Juristen Versatzstücke aus der fachpsychologischen Diskussion oder folgte man einer selbst erdachten „Laienpsychologie“? Durch eine Kombination themenbezogener und biographisch orientierter Einzelstudien wird diesen Fragen erstmals für die wichtigsten Teilbereiche der Rechtswissenschaft nachgegangen.
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Bibliographische Angaben
- Copyrightjahr
- 2009
- ISBN-Print
- 978-3-8329-3934-2
- ISBN-Online
- 978-3-8452-1300-2
- Verlag
- Nomos, Baden-Baden
- Reihe
- Rheinische Schriften zur Rechtsgeschichte
- Band
- 11
- Sprache
- Deutsch
- Seiten
- 256
- Produkttyp
- Sammelband
Inhaltsverzeichnis
- Titelei/Inhaltsverzeichnis Kein Zugriff Seiten 1 - 10
- Abkürzungsverzeichnis Kein Zugriff Seiten 11 - 13
- Rechtswissenschaft und Psychologie – Versuch einer historischen Skizze Kein Zugriff Seiten 13 - 27 Horst Gundlach
- Über die Anfänge der Forensischen und Kriminalpsychologie – Entwicklungslinien des ausgehenden 19. Jahrhunderts Kein Zugriff Seiten 27 - 43 ADELHEID KÜHNE
- Die Psychologie als Argument für die Abschaffung des Strafmaßes Kein Zugriff Seiten 43 - 57 ERIC J. ENGSTROM
- Der Einfluss der Psychologie auf die Entwicklung des Zeugenbeweises im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert Kein Zugriff Seiten 57 - 87 Mathias Schmoeckel
- Zur Kriminalpsychologie im Zeitalter von Rassenhygiene und Degenerationslehre aus medizinhistorischer Sicht Kein Zugriff Seiten 87 - 103 Heinz Schott
- Die Rolle psychologischen Wissens in Strafrecht und Kriminologie bei Franz von Liszt Kein Zugriff Seiten 103 - 133 DAVID VON MAYENBURG
- Karl Marbe und die Anwendung der Psychologie im Rechtswesen vor dem ersten Weltkrieg Kein Zugriff Seiten 133 - 153 ANNETTE MÜLBERGER
- Zur Rezeption psychologischer Denkmodelle bei Adolf Merkel Kein Zugriff Seiten 153 - 171 Adrian Schmidt-Recla
- Binsenweisheiten und Klischees – Zum Stellenwert der Psychologie für Auslegungsregeln, Vermutungen und vertypten Willen in der Kodifikation des Erbrechts im Bürgerlichen Gesetzbuch Kein Zugriff Seiten 171 - 191 HANS-GEORG HERMANN
- Windscheids Lehre von der Voraussetzung: Ein Fall von juristischem Psychologismus? Kein Zugriff Seiten 191 - 209 Ulrich Falk
- Zur Bedeutung der Psychologie in Jherings Lehre vom Rechtsgefühl Kein Zugriff Seiten 209 - 215 KLAUS LUIG
- Psychologismus bei Ernst Zitelmann Kein Zugriff Seiten 215 - 225 Hans-Peter Haferkamp
- Vom Staat als Überperson zur Staatslehre ohne Staat. Psychologische Argumentationsmuster in der deutschen Staatsrechtswissenschaft von Laband bis Kelsen. Kein Zugriff Seiten 225 - 237 Christoph Schönberger
- Die Staatsperson und ihre Handlungen – „Staatswillenspositivismus“ als mittelbare Rezeption psychologisierender Ansätze Kein Zugriff Seiten 237 - 255 Christian Waldhoff
- Autorenverzeichnis Kein Zugriff Seiten 255 - 256





