
Homo academicus goes Pop
Zur Kritik der Life Sciences in Populärwissenschaft und Literatur- Autor:innen:
- Verlag:
- 2016
Zusammenfassung
Am Ende einer 150 Jahre alten, wissenschaftspolitischen Debatte der Two Cultures, die von westeuropäischen Akteuren initiiert und von angloamerikanischen Intellektuellen dominiert worden ist, stehen sich (popularisierende) Naturwissenschaftler und Geisteswissenschaftler im semantischen Kampf um den Begriff des Lebenswissens (O. Ette) erneut gegenüber. Den historischen Schauplatz dieses Kampfes der nationalspezifischen intellektuellen Felder, ihrer Akteure und Texte bilden die populärwissenschaftlichen Subfelder akademischer Wissensproduktion. Aus einer (wissens-)soziologischen, komparatistisch-historischen wie textanalytischen Herangehensweise widmet sich die Autorin in dem ersten Teil des Buches der Genese und Struktur des populärwissenschaftlichen Feldes im inter-nationalen Vergleich (England, Deutschland, Frankreich, USA, Lateinamerika). Ausgehend von literatur- und texttheoretischen Ausführungen zu unterschiedlichen nationalen Genres des populärwissenschaftlichen Schreibens und zur Theorie des Popularisierens im Allgemeinen untersucht sie im zweiten Teil im Kontext der historischen Disziplingenese der Biologie anhand ausgewählter Akteure der Genetik, Epigenetik, Sociobiology und Evolutionary Psychology die intellektuellen Netzwerke und ihre Textproduktion.
Im dritten Teil schließlich avanciert die fiktionale Erzählliteratur selbst zur Kritikerin lebenswissenschaftlicher Ideologien/Theorien. Anhand ausgewählter literarischer Werke des 20./21. Jahrhunderts werden die Wechselbeziehungen zwischen fiktionaler Erzählliteratur und nicht-fiktionaler Sachbuchliteratur untersucht, um die Frage zu erörtern, auf welche Art und Weise Alltags- und Wissenschaftssprache in der Literatur miteinander interagieren, um eine immanente Ideologiekritik spekulativer Theoriebildung des Popular Science Writing zu initiieren Das Buch richtet sich an alle Interessierten aus den Geistes- und Sozialwissenschaften, die das wissenschaftspolitische Programm der »Literaturwissenschaft als Lebenswissenschaft« (O. Ette) in anwendungsorientierten Forschungskontexten erprobt wissen wollen Das Buch facht mit seinen polemisch-kritischen Thesen und für eine Dissertation eher unkonventionellen und selbstreflexiv-ironischen Schreibstil das Gespräch über Populärwissenschaften weiter an, weil es das Populäre ist, was sich quer über die sozialen Felder legt und der »illusio« (P. Bourdieu) des akademischen Textspiels neue Wege eröffnet.
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Bibliographische Angaben
- Copyrightjahr
- 2016
- ISBN-Print
- 978-3-958-32069-7
- ISBN-Online
- 978-3-8452-7753-0
- Verlag
- Velbrück Wissenschaft, Weilerswist
- Sprache
- Deutsch
- Seiten
- 912
- Produkttyp
- Monographie
Inhaltsverzeichnis
- Titelei/Inhaltsverzeichnis Kein Zugriff Seiten 1 - 8
- Vorwort Seiten 9 - 12 Download Kapitel (PDF)
- Atlantis 1626: Entdeckung
- Der Tempel der Wissenschaften und die Archive des Wissens
- Die Gelehrten – Wächter des Tempelbergs
- Die sozialen Logiken des Kapitaltransfers Kein Zugriff
- Ideologie, Utopie, Wissen (Karl Mannheim) Kein Zugriff
- Die Rhetorik des falschen Schnitts Kein Zugriff
- Gattungen und Genres der Populärwissenschaft Kein Zugriff
- Popularisatoren als Diskursivitätsbegründer: Das populäre Schreibparadigma Kein Zugriff
- Profil und Signatur von »Homo academicus goes Pop« Kein Zugriff
- Deutschland: Von »esoterischer Deskriptionspoetik« zur Wissenschaftskommunikation Kein Zugriff
- England: The Voice of Amateur Science in the Struggle for Authority Kein Zugriff
- Frankreich: La science pour tous et les vulgarisateurs scientifiques Kein Zugriff
- USA: The Birth of a Nation on the Shoulders of the Men of Science Kein Zugriff
- Interciencias Américas: La divulgación científica transareal Kein Zugriff
- Der transareale Blick auf ein transnationales Feld Kein Zugriff
- »The Humanist Frame«: Die Agenda evolutionsbiologischer Orthodoxie Kein Zugriff
- Formen wissenschaftlichen Popularisierens als spekulative Wissenschaft Kein Zugriff
- Autobiographien von Akteuren am autonomen Pol: »La statue intérieure« und »Avoid boring people« Kein Zugriff
- »Epigenetik«: Die weibliche Signatur der Popular Science Critic Kein Zugriff
- Das angloamerikanische Denkkollektiv: Von der Verhaltensbiologie zur Kulturtheorie Kein Zugriff
- Das Ende der Naturgeschichte als wissenschaftliche Disziplin: Das ethologische Genre Kein Zugriff
- Oxford: Die Hochburg populärwissenschaftlicher Mandatsträger Kein Zugriff
- Akteure und Texte als Vektoren des Übergangs: David Buss, Robert Wright, Steven Pinker Kein Zugriff
- Spekulative Theoriebildung und Popularisierung in den Life Sciences Kein Zugriff
- Literaturwissenschaft als Lebenswissenschaft: Eine Third Culture ohne Auftrag? Kein Zugriff
- Literarische Streifzüge unorthodoxer Philologen Kein Zugriff
- Literatur und Leben in der ästhetischen Tätigkeit Kein Zugriff
- Das zoologische Vermächtnis: Kafkas animalische Traktate über das Sein zum Tier Kein Zugriff
- Eine Pseudo-Dokumentation evolutionsbiologischer Globalisierungsgeschichte: Karel Capeks utopische Allegorie »Krieg mit den Molchen« (1936) Kein Zugriff
- Margaret Atwoods »MaddAddam«-Trilogie Kein Zugriff
- Octavia E. Butlers »Xenogenesis«-Trilogie Kein Zugriff
- Dietmar Daths »Die Abschaffung der Arten« Kein Zugriff
- The selfish gene revisited: Jorge Volpis Zeit der Asche und das Ende der Utopien Kein Zugriff
- Friktionale Pathobiographien: Oliver Sacks Clinical Tales Kein Zugriff
- Roman und Klinik: Richard Powers Clinical Novel »The Echo Maker« Kein Zugriff
- Diskursive Konvivenz von literarischen Wissensformen und populärwissenschaftlichen Wissensnormen Kein Zugriff
- Wie man wird, wovon man schreibt Kein Zugriff
- Literaturverzeichnis Kein Zugriff Seiten 879 - 908
- Internetquellen Kein Zugriff Seiten 909 - 912




