Die seit 2004 vom Institut für Sozialforschung herausgegebene „WestEnd. Neue Zeitschrift für Sozialforschung“ richtet sich an ein breiteres intellektuelles Lesepublikum. An ihre berühmte Vorgängerin, die Zeitschrift für Sozialforschung (1932–1941), schließt sie insofern an, als sie sowohl den Gedanken der Interdisziplinarität als auch den Anspruch einer kritischen Gesellschaftstheorie fortführt. Zur Veröffentlichung kommen Aufsätze und Essays aus unterschiedlichen Disziplinen (u.a. Soziologie, Philosophie, politische Theorie, Ästhetik, Geschichte, Entwicklungspsychologie, Rechtswissenschaft und politische Ökonomie), die in ihrer Gesamtheit zu einer umfassenden Analyse der aktuellen gesellschaftlichen Lage beitragen und Perspektiven emanzipatorischer Umgestaltung aufweisen. Neben den Rubriken „Studien“ und „Eingriffe“ behandelt jedes Heft ein Schwerpunktthema. Sie richtet sich an eine breite Leserschaft aus Lehre und Forschung, Politik und Verwaltung, Publizistik und Medien. Im Zeichen eines methodologischen, disziplinären und politischen Pluralismus schlägt sie Brücken zwischen Theorie, Empirie und politischer Praxis. Homepage: www.westend.nomos.de
Ausgehend von der tödlichen Messerstecherei und den anschließenden gewalttätigen Ausschreitungen in Chemnitz Ende August 2018 fragt der Artikel danach, wie die Ereignisse und ihre Folgen von der Presse sowie von verschiedenen Akteuren im Internet...
»Der Philologenkönig« bezeichnet eine bisher nicht thematisierte Figur des frühen Nationalismus. Jacob Grimm behauptete, dass philologische Kenntnisse entscheidend für legitime Herrschaft seien, weil nur genaue sprachgeschichtliche und...
Heutige Darstellungen des politischen Denkens des 15. Jahrhunderts stützen sich in ihren Grundzügen immer noch auf Quentin Skinners neorepublikanisches Paradigma. In den letzten Jahren haben Historiker_innen jedoch zunehmend kritisch vermerkt,...
Die sozialwissenschaftliche Gewaltforschung läuft aktuell Gefahr, einen Sichtbarkeitsbias zu entwickeln, sich also überproportional häufig mit Gewaltphänomenen zu befassen, die öffentlich sichtbar und audiovisuell konserviert sind. Eine solche...
Gewalt im häuslichen Bereich ist stets Teil einer Beziehungsgeschichte mit unterschiedlichen Beteiligten. In einem derartigen Kontext entwickelt Gewalt gewisse Eigensinnigkeiten, welche Handeln und Deuten der Beteiligten auf bestimmte Art und Weise...
Das Familienleben ist immer noch von hohen Gewaltraten gekennzeichnet, obwohl Gewalt nun gesellschaftlich weitgehend geächtet und rechtlich sanktioniert wird. Wie sich elterliche Gewalt gegen ihre Kinder sowie Gewalt zwischen Partnern und...
Der Beitrag zielt auf ein multidimensionales Gewaltverständnis, das sich insbesondere an zeitgemäßen theoretischen Überlegungen zu Kindheit orientiert. Die leitende Denkfigur ist, dass man sich dem Allgemeinen des Kindes als Mensch und zugleich...
Die deutsche Gewaltforschung zeichnet sich zunehmend durch ein Unbehagen mit dem eigenen Erklärungsanspruch aus. Im Essay wird dem Befund nachgegangen, Gewalterklärungen dienten einer gesellschaftlichen Selbstversicherung der eigenen...
Phänomene des politischen Islam, insbesondere des westlichen Dschihadismus werden in der Regel mit dem Begriff der Radikalisierung erklärt. Der Beitrag zeigt auf, wie das Radikalisierungsparadigma das Gegenstandsverständnis bestimmt und diesem...
Édouard Louis schreibt über seine Entfremdung vom proletarischen Elternmilieu, über schwules Begehren und Homofeindlichkeit und seinen Hass auf die französische Politik. Für den Rezensenten bilden dessen autobiografische Romane Im Herzen der...