
Alfred Rothstein (1892-1960)
Armut, Ausgrenzung, Überleben. Eine jüdische Biografie- Autor:innen:
- Reihe:
- Hamburgische Lebensbilder, Band 27
- Verlag:
- 22.03.2023
Zusammenfassung
Thilo Schulz erzählt die ungewöhnliche Lebensgeschichte eines Außenseiters, der versuchte, einen Modus Vivendi mit dem NS-Regime zu finden, und daran scheiterte. Alfred Rothstein stammte aus einer jüdischen Familie in Danzig. Der gelernte Textilkaufmann ließ sich während seines Wehrdienstes ab 1913 zusätzlich zum Militärmusiker ausbilden. Nach dem Scheitern seiner ersten Ehe ging er – zu Beginn der Weltwirtschaftskrise 1929 – nach Hamburg. Hier konnte er beruflich jedoch nicht Fuß fassen. Zusammen mit seiner zweiten Frau und dem Sohn Harry aus erster Ehe lebte er beständig in prekären Verhältnissen. Die Lage verschärfte sich mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten. Bereits 1933 ließ Alfred Rothstein selbst seinen Sohn in ein Erziehungsheim einweisen, da das Kind als »schwer erziehbar« galt. Harry traf in der Folgezeit die volle Härte des NS-Regimes: Er wurde als »Mischling« drangsaliert und geriet als »schwachsinnig« stigmatisiertes Kind in die Mühlen der nationalsozialistischen Wohlfahrts- und »Erbgesundheitspolitik«. Alfred Rothstein hatte bereits am Ersten Weltkrieg teilgenommen und meldete sich 1939 freiwillig zur Wehrmacht. Seiner Beteuerung, er sei »Mischling ersten Grades«, wurde zunächst Glauben geschenkt, und er nahm an vorderster Front am Frankreichfeldzug teil. Letztlich aber bewahrte ihn dies nicht vor der Deportation in das Ghetto Theresienstadt. Er überlebte, kehrte nach Hamburg zurück, ohne jemals wieder arbeiten zu können, heiratete erneut und starb 1961.
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Bibliographische Angaben
- Copyrightjahr
- 2023
- Erscheinungsdatum
- 22.03.2023
- ISBN-Print
- 978-3-8353-5224-7
- ISBN-Online
- 978-3-8353-8480-4
- Verlag
- Wallstein, Göttingen
- Reihe
- Hamburgische Lebensbilder
- Band
- 27
- Sprache
- Deutsch
- Seiten
- 175
- Produkttyp
- Monographie
Inhaltsverzeichnis
- Titelei/Inhaltsverzeichnis Kein Zugriff Seiten 1 - 6
- Einleitung Kein Zugriff Seiten 7 - 10
- Anfänge in Danzig, Erster Weltkrieg und Rückkehr Kein Zugriff Seiten 11 - 14
- Neubeginn in Hamburg Kein Zugriff Seiten 15 - 28
- St. Georg-Nord Kein Zugriff Seiten 29 - 34
- Harry Kein Zugriff Seiten 35 - 52
- Alltag im »Dritten Reich« Kein Zugriff Seiten 53 - 70
- Freiwillige Meldung zur Wehrmacht und Fronteinsatz im Westfeldzug Kein Zugriff Seiten 71 - 78
- Intervention der Fürsorgebehörde Kein Zugriff Seiten 79 - 84
- Prozess Kein Zugriff Seiten 85 - 94
- Zwangsarbeit Kein Zugriff Seiten 95 - 102
- »Judenhaus« und Scheidung Kein Zugriff Seiten 103 - 110
- Ghetto Theresienstadt Kein Zugriff Seiten 111 - 118
- Helene Kein Zugriff Seiten 119 - 124
- Befreiung und Rückkehr nach Hamburg Kein Zugriff Seiten 125 - 128
- Schlussbetrachtung - Rekonstruktion eines unbekannten Lebens Kein Zugriff Seiten 129 - 133
- Anmerkungen Kein Zugriff Seiten 134 - 156
- Abkürzungen Kein Zugriff
- Quellen und Literatur Kein Zugriff
- Dank Kein Zugriff
- Bildnachweis Kein Zugriff
- Register Kein Zugriff




