Auf der Grundlage einer qualitativen Studie diskutiert der Beitrag die psychotherapeutische Praxis des Deutens und »Übersetzens« von Patient_innenleiden und stellt diese Praxis als Biografisierung vor. Das Konzept des mit dieser Praxis...
Der vorliegende Artikel rekonstruiert die soziokulturelle Genese des »Fleischparadoxes«, das heißt die historischen Transformationen, die Fleischkonsum zu einer affektiv ambivalenten, rechtfertigungsbedürftigen und daher nicht mehr...
In Form einer kurzen Replik auf Einwände von William Scheuerman unternimmt der folgende Beitrag den Versuch, die Lösungen für drei miteinander zusammenhängende Probleme zumindest anzudeuten: Zunächst soll geklärt werden, welche Rolle dem...
Aus ihrem Anspruch, Theorie wesentlich an Praxis zu binden – und damit in prätheoretischen Erfahrungen, oppositionellen Bewusstseinsformen und Theoretisierungen sowie Praktiken der Kritik und des Widerstands zu verankern, diese aber auch zu...
Smarte Ordnungen sind dadurch gekennzeichnet, dass sie Technologien verwenden, die dafür sorgen, dass zum gegebenen Zeitpunkt eine Norm auch tatsächlich befolgt wird. Ihr Ziel ist es, Fehler auszuschließen. Die dabei verwendete Technologie...
Trotz eines weitgefächerten Pluralismus an methodischen Herangehensweisen vereint die verschiedenen Ansätze qualitativer Sozialforschung der Anspruch, die soziale Wirklichkeit über die Erforschung der Perspektiven von sozialen Akteuren zu...
Axel Honneth gehört zu einer Reihe Frankfurter kritischer Theoretiker, die es heute beunruhigt, dass eine umfassende kritische Theorie der Gesellschaft zugunsten einer engen liberalen politisch-theoretischen Orientierung am »Legalismus«...
Der Beitrag diskutiert die Bedeutung der Akteursperspektive im Kontext empirischer Sozialforschung aus dem Blickwinkel der Geschlechterforschung und beleuchtet dabei einerseits die Frage der Parteilichkeit und andererseits die Struktur des...
Der Beitrag schlägt eine Aktualisierung des Weltverhältnisses kritischer Sozialforschung anhand einer verflechtungstheoretischen Perspektive vor. Diese dezentriert einerseits kategoriale Trennungen zwischen Forscher_in/Beforschten,...
Während postkolonial-feministische Autor_innen in der Anthropologie die Methoden der Feldforschung und die Ethnografie bereits seit einigen Jahren nach ihren kolonialen Kontinuitäten befragen und reflexive Prozesse der methodologischen...
Katharina Pistor legt mit Der Code des Kapitals. Wie das Recht Reichtum und Ungleichheit schafft dem Rezensenten zufolge nichts weniger als eine »Krisentheorie des Rechts« vor. Adam Tooze ist beeindruckt von Pistors Analyse, die enthüllt, wie das...
Das gesellschaftliche Architekturverständnis ist bis heute von Narrativen geprägt, in denen die Integrität von Architekt_innen sowie von deren Werk behauptet wird. Der Beitrag vertritt die These, dass gerade in Krisenzeiten wie der jetzigen die...
Der Beitrag zielt auf ein multidimensionales Gewaltverständnis, das sich insbesondere an zeitgemäßen theoretischen Überlegungen zu Kindheit orientiert. Die leitende Denkfigur ist, dass man sich dem Allgemeinen des Kindes als Mensch und zugleich...
Das Familienleben ist immer noch von hohen Gewaltraten gekennzeichnet, obwohl Gewalt nun gesellschaftlich weitgehend geächtet und rechtlich sanktioniert wird. Wie sich elterliche Gewalt gegen ihre Kinder sowie Gewalt zwischen Partnern und...
Ausgehend von der tödlichen Messerstecherei und den anschließenden gewalttätigen Ausschreitungen in Chemnitz Ende August 2018 fragt der Artikel danach, wie die Ereignisse und ihre Folgen von der Presse sowie von verschiedenen Akteuren im Internet...
»Der Philologenkönig« bezeichnet eine bisher nicht thematisierte Figur des frühen Nationalismus. Jacob Grimm behauptete, dass philologische Kenntnisse entscheidend für legitime Herrschaft seien, weil nur genaue sprachgeschichtliche und...
Die sozialwissenschaftliche Gewaltforschung läuft aktuell Gefahr, einen Sichtbarkeitsbias zu entwickeln, sich also überproportional häufig mit Gewaltphänomenen zu befassen, die öffentlich sichtbar und audiovisuell konserviert sind. Eine solche...
Gewalt im häuslichen Bereich ist stets Teil einer Beziehungsgeschichte mit unterschiedlichen Beteiligten. In einem derartigen Kontext entwickelt Gewalt gewisse Eigensinnigkeiten, welche Handeln und Deuten der Beteiligten auf bestimmte Art und Weise...
Die deutsche Gewaltforschung zeichnet sich zunehmend durch ein Unbehagen mit dem eigenen Erklärungsanspruch aus. Im Essay wird dem Befund nachgegangen, Gewalterklärungen dienten einer gesellschaftlichen Selbstversicherung der eigenen...
Heutige Darstellungen des politischen Denkens des 15. Jahrhunderts stützen sich in ihren Grundzügen immer noch auf Quentin Skinners neorepublikanisches Paradigma. In den letzten Jahren haben Historiker_innen jedoch zunehmend kritisch vermerkt,...
Édouard Louis schreibt über seine Entfremdung vom proletarischen Elternmilieu, über schwules Begehren und Homofeindlichkeit und seinen Hass auf die französische Politik. Für den Rezensenten bilden dessen autobiografische Romane Im Herzen der...