Die Fehde des Sichar
Die Geschichte einer Erzählung in der deutschsprachigen und frankophonen rechtshistorischen und historischen Literatur unter besonderer Berücksichtigung der Auseinandersetzungen des 19. Jahrhunderts- Autor:innen:
- Reihe:
- Rheinische Schriften zur Rechtsgeschichte, Band 10
- Verlag:
- 2008
Zusammenfassung
Seit über 200 Jahren befasst sich die frühmittelalterliche Fehdeforschung mit der „Fehde des Sichar“, einer Erzählung in den Historiarum libri decem des merowingischen Bischofs Gregor von Tours aus dem sechsten Jahrhundert. Überwiegend wurde und wird in den gewaltsamen Geschehnissen im Umland von Tours ein Modell der Fehde in merowingisch-fränkischer Zeit gesehen, wobei (Rechts-)Historiker noch heute zu unterschiedlichen Bewertungen gelangen. Die Bandbreite reicht dabei von der Deutung der Fehde als Zeichen der Anarchie, als konstitutives Strukturelement der Gesellschaft bis hin zur Fehde als staatlich zugelassenes Rechtsmittel.
Gerade beim Vergleich der Rezeption und der politischen Wirkung der Erzählung in Frankreich und Deutschland lassen sich deutlich nationale Leitbilder der Historiographen ausmachen, die noch heute nachwirken. Im 19. Jahrhundert flossen zudem historische Deutungen und aktuell politische Anschauungen dergestalt zusammen, dass selbst Gregor von Tours" Erzählung in der Duelldebatte an der Wende zum 20. Jahrhundert eine wichtige Rolle einnehmen konnte. Damit zeigt diese Untersuchung, in welch starker Weise die Historiographie zur Frankenzeit, anstatt ein gemeinsames Fundament Zentraleuropas zu bilden, die politischen und kulturellen Gegensätze zwischen den Nationen unterstützte, legitimierte und wohl auch verstärkte.
Um ein neues Verständnis der Erzählung aber auch der Fehde selbst zu erlangen, bedarf es der Offenlegung dieser Deutungsmuster, aber auch einer differenzierten Terminologie. Es ist hiernach fraglich, ob die „Fehde des Sichar“ auch in Zukunft als Modell einer Fehde herangezogen werden kann.
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Bibliographische Angaben
- Auflage
- 1/2008
- Copyrightjahr
- 2008
- ISBN-Print
- 978-3-8329-3894-9
- ISBN-Online
- 978-3-8452-1117-6
- Verlag
- Nomos, Baden-Baden
- Reihe
- Rheinische Schriften zur Rechtsgeschichte
- Band
- 10
- Sprache
- Deutsch
- Seiten
- 318
- Produkttyp
- Monographie
Inhaltsverzeichnis
- Titelei/Inhaltsverzeichnis Kein Zugriff Seiten 2 - 16Autor:innen:
- Abkürzungsverzeichnis Kein Zugriff Seiten 17 - 18Autor:innen:
- Einführung Kein Zugriff Seiten 19 - 21Autor:innen:
- Die Sichar-Chramnesind-Erzählung Kein Zugriff Seiten 21 - 22Autor:innen:
- Nachleben der Erzählung Kein Zugriff Seiten 22 - 23Autor:innen:
- Fragestellung Kein Zugriff Seiten 23 - 25Autor:innen:
- Autor:innen:
- Der Autor: Gregor von Tours Kein ZugriffAutor:innen:
- Die Historiarum Libri Decem in der Frühmittelalterforschung Kein ZugriffAutor:innen:
- Autor:innen:
- Überlegungen zum juristischen Gespür Gregor von Tours’ Kein ZugriffAutor:innen:
- Gregor von Tours’ Kenntnis vom fränkischen Recht Kein ZugriffAutor:innen:
- Übersetzungsprobleme Kein ZugriffAutor:innen:
- Fehdeforschung der Historiker und Rechtshistoriker Kein Zugriff Seiten 36 - 37Autor:innen:
- Autor:innen:
- Beleg für die Gerichtsverfassung Kein ZugriffAutor:innen:
- Beleg für Existenz, Aufgaben, Vorrechte und Lebensführung des Adels Kein ZugriffAutor:innen:
- Beleg für den bischöflichen Kampf gegen die Todesstrafe Kein ZugriffAutor:innen:
- Beleg für die fränkische Schwurfreundschaft Kein ZugriffAutor:innen:
- Autor:innen:
- Philologische Bedeutung der Erzählung Kein ZugriffAutor:innen:
- Verwendung der Erzählung im Rahmen der Sexualforschung Kein ZugriffAutor:innen:
- Resümee Kein Zugriff Seiten 46 - 46Autor:innen:
- Sprachliche Auswahl der zu untersuchenden Literatur Kein Zugriff Seiten 46 - 49Autor:innen:
- Autor:innen:
- Übersetzende Literatur Kein ZugriffAutor:innen:
- Auf die Sichar-Chramnesind-Erzählung zurückgreifende Literatur Kein ZugriffAutor:innen:
- Autor:innen:
- Überblick Kein ZugriffAutor:innen:
- Die strenge Rechtsquellenlehre und ihre Überwindung Kein ZugriffAutor:innen:
- Ablehnung wegen Unvollständigkeit und Unsicherheit Kein ZugriffAutor:innen:
- Besonderheit bei den neueren rechtshistorischen Lehrbüchern in Deutschland und Frankreich Kein ZugriffAutor:innen:
- Ordnung der zu untersuchenden Literatur Kein Zugriff Seiten 57 - 58Autor:innen:
- Autor:innen:
- Begründung der Fokussierung auf das 19. Jahrhundert Kein ZugriffAutor:innen:
- Autor:innen:
- Rechtsgeschichte als universitäre Disziplin in Deutschland Kein ZugriffAutor:innen:
- Forschungsliteratur nach 1871 Kein ZugriffAutor:innen:
- Die Duellfrage um die Jahrhundertwende Kein ZugriffAutor:innen:
- Einführung Kein Zugriff Seiten 63 - 63Autor:innen:
- Die Begriffe ‚Fehde’ und ‚Fehderecht’ Kein Zugriff Seiten 63 - 64Autor:innen:
- Die Begriffe ‚Germane’ und ‚germanisches Recht’ Kein Zugriff Seiten 64 - 68Autor:innen:
- Die Verwendung des Begriffs ‚Staat’ für die Merowingerzeit Kein Zugriff Seiten 68 - 70Autor:innen:
- Die Verwendung des Begriffs ‚Strafrecht’ für die Merowingerzeit Kein Zugriff Seiten 70 - 72Autor:innen:
- Der Begriff der ‚Ehre’ Kein Zugriff Seiten 72 - 73Autor:innen:
- Definition des Rechts Kein Zugriff Seiten 73 - 74Autor:innen:
- Weitere Begriffsklärung Kein Zugriff Seiten 74 - 75Autor:innen:
- Zentrale Thesen Kein Zugriff Seiten 75 - 76Autor:innen:
- Einführung Kein Zugriff Seiten 77 - 78Autor:innen:
- Die Ableitung der drei Grundmodelle zur Fehde Kein Zugriff Seiten 78 - 81Autor:innen:
- Autor:innen:
- Fehde als vom Staat anerkannte oder zugelassene Handlungsweise Kein ZugriffAutor:innen:
- Fehde aufgrund nicht oder schwach vorhandener staatlicher Strukturen Kein ZugriffAutor:innen:
- Fehde als konstitutives Strukturelement Kein ZugriffAutor:innen:
- Die Subsidiarität der Fehde Kein Zugriff Seiten 89 - 90Autor:innen:
- Fehde als Gegenbegriff zum Recht Kein Zugriff Seiten 90 - 92Autor:innen:
- Bedeutung des Fehdeverständnisses Kein Zugriff Seiten 92 - 93Autor:innen:
- Autor:innen:
- Rechtliche Durchdringung des Merowingerreichs Kein ZugriffAutor:innen:
- Ansichten zur Fehde in der Merowingerzeit Kein ZugriffAutor:innen:
- Alltäglichkeit der Gewalt Kein ZugriffAutor:innen:
- Schlussfolgerung zur Wertung der Zustände im Merowingerreich Kein ZugriffAutor:innen:
- Keine Verwendung in der deutschsprachigen Literatur Kein Zugriff Seiten 103 - 104Autor:innen:
- Die Erzählung in der frankophonen Literatur Kein Zugriff Seiten 104 - 106Autor:innen:
- Ergebnis Kein Zugriff Seiten 106 - 107Autor:innen:
- Einführung Kein Zugriff Seiten 107 - 108Autor:innen:
- Autor:innen:
- Erfasste Literatur Kein ZugriffAutor:innen:
- Die Einbettung der Erzählung bei Pardessus (1843) Kein ZugriffAutor:innen:
- Die Übersetzung Giesebrechts in „Die Geschichtsschreiber der deutschen Vorzeit“ (1851/1913) Kein ZugriffAutor:innen:
- Die Darstellung von Dahn (1877) Kein ZugriffAutor:innen:
- Die Darstellung bei Barchewitz (1882) Kein ZugriffAutor:innen:
- Die Darstellung von Monod (1886) Kein ZugriffAutor:innen:
- Die Analyse von Fustel de Coulanges (1887) Kein ZugriffAutor:innen:
- Die Verwendung bei Ringel (1912) Kein ZugriffAutor:innen:
- Die Übersetzung von Buchner (1955) Kein ZugriffAutor:innen:
- Die Behandlung der Erzählung bei Kaufmann (1961) Kein ZugriffAutor:innen:
- Die Wiedergabe bei Grahn-Hoek (1976) Kein ZugriffAutor:innen:
- Die Behandlung der Erzählung bei Weidemann (1982) Kein ZugriffAutor:innen:
- Die Darstellung bei Scheibelreiter (1999) Kein ZugriffAutor:innen:
- Die Verwendung der Erzählung bei Haase (2006) Kein ZugriffAutor:innen:
- Die Darstellung bei Depreux (2006) Kein ZugriffAutor:innen:
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- Die Übersetzung von Guizot (1823/1861) Kein ZugriffAutor:innen:
- Die Präsentation der Erzählung bei Loebell (1839) Kein ZugriffAutor:innen:
- Die Übersetzung von Bordier (1859) Kein ZugriffAutor:innen:
- Die Verwendung bei Thonissen (1881/1882) Kein ZugriffAutor:innen:
- Der Rückgriff bei Beaudouin (1887) Kein ZugriffAutor:innen:
- Der Verweis bei Chénon (1926) Kein ZugriffAutor:innen:
- Die Präsentation der Erzählung bei Bodmer (1957) Kein ZugriffAutor:innen:
- Die modifizierten Darstellungen von Kaufmann (1971/94) Kein ZugriffAutor:innen:
- Die Behandlung der Erzählung bei Diesselhorst (1991) Kein ZugriffAutor:innen:
- Die Wiedergabe der Erzählung durch Hartmann (2003) Kein ZugriffAutor:innen:
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- Die Übersetzung Kroeschells (1972-2005) Kein ZugriffAutor:innen:
- Die Darstellung bei Patschovsky (1996) Kein ZugriffAutor:innen:
- Die Darstellung bei Meyer (2002) Kein ZugriffAutor:innen:
- Die Darstellung bei Rüping/Jerouschek (2002/2007) Kein ZugriffAutor:innen:
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- Die Darstellung bei Wenskus (1959) Kein ZugriffAutor:innen:
- Die Einbeziehung bei Rouche (1977) Kein ZugriffAutor:innen:
- Die Behandlung bei Heinzelmann (1994) Kein ZugriffAutor:innen:
- Die Bezugnahme bei Weitzel (1994) Kein ZugriffAutor:innen:
- Die Verwendung bei Haubrichs (1996) Kein ZugriffAutor:innen:
- Wiedergabe bei Goetz (2006) Kein ZugriffAutor:innen:
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- Verweis auf die Erzählung selbst Kein ZugriffAutor:innen:
- Verweis auf die Abhandlungen Kein ZugriffAutor:innen:
- Gemeinsames und Trennendes: Die Auswertung Kein Zugriff Seiten 157 - 159Autor:innen:
- Resümee Kein Zugriff Seiten 159 - 162Autor:innen:
- Einführung Kein Zugriff Seiten 163 - 164Autor:innen:
- Exegese gegen école méthodique Kein Zugriff Seiten 164 - 169Autor:innen:
- Die Einbeziehung der Islandsagas Kein Zugriff Seiten 169 - 171Autor:innen:
- Rückschlüsse für gegenwärtige Methoden Kein Zugriff Seiten 171 - 172Autor:innen:
- Ergebnis Kein Zugriff Seiten 172 - 173Autor:innen:
- Einleitung in die Schwerpunktsetzung Kein Zugriff Seiten 173 - 175Autor:innen:
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- Das politische Programm der historischen Schule Kein ZugriffAutor:innen:
- Die Gleichsetzung von ‚germanisch’ und ‚deutsch’ Kein ZugriffAutor:innen:
- Das Postulat vom ‚deutschen Urrecht’ Kein ZugriffAutor:innen:
- Die Behandlung der Fehde Kein ZugriffAutor:innen:
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- Die Merowingertradition in Frankreich Kein ZugriffAutor:innen:
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- Der Stand der Rechtswissenschaft und der Rechtsgeschichte in Frankreich Kein ZugriffAutor:innen:
- Forschungsschwerpunkte der Geschichtswissenschaft in Frankreich Kein ZugriffAutor:innen:
- Das Konzept des barbare im 19. Jahrhundert Kein ZugriffAutor:innen:
- Facetten der Merowingerbewertung Kein ZugriffAutor:innen:
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- Frankreich unter dem Zeichen der Revanche Kein ZugriffAutor:innen:
- Die Umwälzungen in der französischen Wissenschaftslandschaft Kein ZugriffAutor:innen:
- Die barbarischen Merowinger als Vorläufer der Barbaren des 19. Jahrhunderts? Kein ZugriffAutor:innen:
- Die Sichar-Chramnesind-Erzählung als Bestätigung der allgemeinen Beobachtungen Kein ZugriffAutor:innen:
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- Die Verfestigung des Germanen- und Frankenbildes in der deutschsprachigen Literatur Kein ZugriffAutor:innen:
- Gewachsene politische Funktion der Germanistik im Kaiserreich Kein ZugriffAutor:innen:
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- Einführung Kein ZugriffAutor:innen:
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- Überblick über die Diskussion im Allgemeinen Kein ZugriffAutor:innen:
- Die germanische Wurzel des Duells aus Sicht der Befürworter Kein ZugriffAutor:innen:
- Verurteilung des Duells als romanisches Laster Kein ZugriffAutor:innen:
- Das Argument des ‚Urdeutschen’ Kein ZugriffAutor:innen:
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- Das gängige Bild von der Rolle des Duells Kein ZugriffAutor:innen:
- Das Duell in der juristischen Literatur Kein ZugriffAutor:innen:
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- Das Problem der Begriffsvielfalt Kein Zugriff Seiten 245 - 247Autor:innen:
- Bedeutung einer klaren Terminologie aufgrund der Aktualität der Fehdeforschung Kein Zugriff Seiten 247 - 249Autor:innen:
- Entwicklung des Lösungsvorschlags Kein Zugriff Seiten 249 - 252Autor:innen:
- Die Fehde als soziales Phänomen Kein Zugriff Seiten 252 - 253Autor:innen:
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- Zukunft der Erzählung Kein Zugriff Seiten 270 - 271Autor:innen:
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