Fleisch auf dem Verhandlungstisch – Die Tierhaltung im völkerrechtlichen Klimaschutzsystem des Pariser Abkommens

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Cover of Volume: Zeitschrift für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht / Heidelberg Journal of International Law Volume 85 (2025), Edition 1
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Zeitschrift für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht / Heidelberg Journal of International Law

Volume 85 (2025), Edition 1


Authors:
Publisher
C.H.BECK Recht - Wirtschaft - Steuern, München
Publication year
2025
ISSN-Online
2942-3562
ISSN-Print
0044-2348

Chapter information


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Volume 85 (2025), Edition 1

Fleisch auf dem Verhandlungstisch – Die Tierhaltung im völkerrechtlichen Klimaschutzsystem des Pariser Abkommens


Authors:
ISSN-Print
0044-2348
ISSN-Online
2942-3562


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Dieser Beitrag analysiert, welche Vorgaben das völkerrechtliche Klimaschutzsystem des Pariser Abkommens (PA) für Klimaschutzmaßnahmen in der Tierhaltung macht. Entsprechend seines Charakters als Rahmenordnung enthält das Pariser Abkommen diesbezüglich verschiedene implizite und sehr allgemeine Pflichten. Etwa impliziert die Verpflichtung zu ehrgeizigen Maßnahmen zugunsten des Temperaturziels des Pariser Abkommens gem. Art. 2 Abs. 1 lit. a; Art. 3 S. 1; Art. 4 Abs. 2 PA auch eine Pflicht zu Klimaschutzmaßnahmen in der Tierhaltung. Der durch das Abkommen geschaffene Rahmen wurde durch die Nationally Determined Contributions und Übereinkommen auf weiteren Vertragsstaatenkonferenzen jedoch unzureichend ausgefüllt. Der Umfang, in dem die Vertragsstaaten die Tierhaltung in ihren Nationally Determined Contributions adressieren, ist sowohl quantitativ als auch qualitativ für eine Begrenzung der Erderwärmung auf deutlich unter 2°C unzureichend. In den auf Vertragsstaatenkonferenzen des Pariser Abkommens verabschiedeten Übereinkünften findet sich die auch auf nationaler Ebene auftauchende Tendenz wieder, die Tierhaltung aus Klimaschutzbemühungen von vorneherein auszunehmen oder bei tierhaltungsbezogenen Klimaschutzmaßnahmen nur auf Innovationen und Anreize zu setzen. Der Beitrag wirbt für ein globales Tierschutzrecht als Mittel tierhaltungsbezogenen Klimaschutzes und als Gegengewicht zu lauter werdenden Rufen nach Effizienzsteigerungen in der Tierhaltung.

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