@article{2025:friedrich:ungleiche_, title = {Ungleiche Chancen beim Zugang zu kognitiv anspruchsvolleren Ausbildungsberufen}, year = {2025}, note = {In Deutschland bestimmt die soziale Herkunft in besonderem Maße über die Höhe des Schulabschlusses. Gleichzeitig ist der schulische Erfolg entscheidend für spätere Ausbildungs- und Erwerbschancen. Aufgrund dieser sozialen und institutionellen Bedingungen bleiben kognitive Lernpotenziale beim Übergang von der Schule in die Berufsausbildung häufig unentdeckt. Wir richten den Blick auf das kognitive Anforderungsniveau als ein Merkmal von dualen Ausbildungsberufen, um zu untersuchen inwiefern der Übergang in die Berufsausbildung eine neue Chance zur Qualifizierung und Weiterentwicklung von kognitiven Fähigkeiten bieten kann. Unsere Analysen basieren auf Daten von über 3.000 Auszubildenden der Startkohorte 4 des Nationalen Bildungspanels (NEPS). Zusammengefasst zeigt sich, dass kognitiv anspruchsvollere Ausbildungsberufe überwiegend Ausbildungsanfängerinnen und Ausbildungsanfängern mit mindestens mittleren Schulabschlüssen vorbehalten sind. Für diejenigen mit mittlerem Schul-abs⁠chluss ist hier zudem ein höherer sozio-ökonomischer Status der Eltern vorteilhaft, nicht jedoch für junge Menschen mit maximal Hauptschulabschluss. Institutionelle Barrieren, die sich in den schulischen Bildungszertifikaten und ihrer Bedeutung bei betrieblichen Auswahlprozessen manifestieren, erschweren so neue Chancen zur Weiterentwicklung von Lernpotenzialen. Zwar hängen individuelle kognitive Grundfähigkeiten allgemein positiv mit der Chance zusammen einen Ausbildungsplatz für einen Beruf mit höherem Anforderungsniveau zu erlernen, für junge Menschen mit maximal Hauptschulabschluss ist dieser Zusammenhang jedoch sehr gering ausgeprägt.}, journal = {SozW Soziale Welt}, pages = {415--440}, author = {Friedrich, Anett and Protsch, Paula and Rohrbach-Schmidt, Daniela}, volume = {76}, number = {4} }