Haben wir den Kern der Medienökonomie verloren? Gedanken zur DGPuK-Fachgruppentagung in Salzgitter

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Cover der Ausgabe: MedienWirtschaft Jahrgang 22 (2025), Heft 4
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MedienWirtschaft

Jahrgang 22 (2025), Heft 4


Autor:innen:
Verlag
New Business Verlag, Hamburg
Copyrightjahr
2026
ISSN-Online
1613-0669
ISSN-Print
1613-0669

Kapitelinformationen


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Jahrgang 22 (2025), Heft 4

Haben wir den Kern der Medienökonomie verloren? Gedanken zur DGPuK-Fachgruppentagung in Salzgitter


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Das untrügliche Gefühl, dass wir den Kern der Medienökonomie verlieren, hat sich in den vergangenen Jahren bei mir verstärkt. Wer die jüngste Tagung der World Media Economics and Management Conference in Warschau besucht hat, und das sind ja nicht wenige, die auch bei der Medienökonomie-Fachgruppentagung der DGPuK in Salzgitter mit dabei waren, konnte nur erstaunt sein, wie viele Disziplinen und Themenfelder, die wir noch vor zehn Jahren nicht zur DNA der Medienökonomie gezählt hätten, hier eine Rolle spielten. Der Bogen an Fragestellungen erstreckt sich von Persönlichkeitspsychologie über ausschließlich kommunikationswissenschaftlich relevanten bis hin zu zentral an den konkreten Fragen des angewandten Managements ausgerichteten. Auch dann, wenn man in das Programm der deutschen DGPuK-Fachgruppentagung schaut, zeigt sich im Grunde ein ähnliches Bild. Was ich damit sagen will: Alle diese Themen haben durchaus unser Interesse verdient. Beiträge aus der, wie soll ich es nennen, der klassischen Medien- und Kommunikationswissenschaft, was auch immer dieses „klassisch“ dann heißen mag, Themen aus der Soziologie und immer häufiger der Psychologie haben ihre Daseinsberechtigung in einem transdisziplinären Kontext. Wobei ich – dies sei betont – Transdisziplinarität hier im Unterschied zu „einfacher“ Interdisziplinarität herausheben möchte. ... Genug davon – mir geht es in diesem Beitrag darum, die Medienökonomie als ein zentrales Momentum in den Kommunikationswissenschaften zu erhalten und nach Möglichkeit noch tiefer im Bewusstsein zu verankern. Wir brauchen dafür auf der einen Seite eine nach wie vor intensive Auseinandersetzung mit den Theoriebausteinen der volkswirtschaftlichen wie der soziologischen Modellbildung sowie ihrer Kritik, die bezogen auf die wirtschaftswissenschaftliche Seite durchaus einen noch weitergefassten pluralökonomischen Zugang vertrüge. Auf der anderen Seite braucht es exzellente kommunikationswissenschaftliche Expertise. Das ist anstrengend – weil streng interdisziplinär, um die Vokabel noch einmal zu bemühen. Das ist gleichermaßen gewinnbringend, weil wir die Phänomene der Praxis, die Phänomene menschlichen Handelns auf diese Weise noch besser erklären werden können. Wir müssen uns diesen Zugang erhalten, auch, wenn wir weiterhin zwischen den Stühlen sitzen. Die Zeiten verlangen nach einer starken Medienökonomik.

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