@article{2025:reimann:zum_verh, title = {Zum Verhältnis von Journalismus und Aktivismus: Boundary work als Navigieren zwischen Komplementarität und Hybridisierung.}, year = {2025}, note = {Diskursive Selbstermächtigung, die Sichtbarkeit politischer Haltungen sowie ein auf gesellschaftliche Transformation zielendes Engagement sind selbstverständlicher Bestandteil von Kommunikation in sozialen Medien. Das gilt auch für jene journalistischen Akteur:innen, die neben oder innerhalb ihrer beruflichen Tätigkeit für Gleichberechtigung und soziale Gerechtigkeit eintreten. Diskutiert werden Ergebnisse aus qualitativ-medienethnografischen Fallstudien zu Grenzgänger:innen, die feministisch orientiert in Journalismus und/oder Aktivismus aktiv sind. Erkenntnisleitend ist der boundary work-Ansatz, der hier in einem vergleichenden Design umgesetzt wird und damit die Perspektiven von Journalist:innen und Aktivist:innen im Wechselverhältnis zueinander untersucht. Ergänzend zur diskursiven Grenzarbeit (normatives Soll/role orientation) wurde zudem die faktische Positionierung der Akteur:innen in ihren professionellen Feldern durch Analyse ihrer Medien-Aktivitäten untersucht (praktisches Ist/role performance). Im Gruppenvergleich zeigen sich tendenziell gegenläufige und in dieser Weise nicht erwartete Formen der Grenzarbeit: Während die Aktivist:innen für eine komplementäre Kooperation eigenständiger, klar getrennter Tätigkeitsbereiche argumentieren, rechtfertigen die (feministischen) Journalist:innen deren Hybridisierung als systematische und notwendige Entwicklung auf dem Weg zu mehr Gerechtigkeit. Legimitiert wird diese Hybridisierung mit der (neuen) Norm einer transparenten, evidenzbasierten Parteilichkeit. Ergänzend werden Ideale eines Community-nahen Journalismus mit hoher persönlicher Nahbarkeit artikuliert. Auf der Ebene praktischer Performanz zeigen die Aktivist:innen, gegenläufig zur verbalen Abgrenzung, formal und stilistisch jedoch Anpassungen an journalistische Praktiken, während die Journalist:innen die favorisierte Hybridität in unterschiedlichem Maße ausleben (können). Das Konzept boundary work wird fruchtbar gemacht für die praxeologisch fundierte Analyse fortlaufender Grenzbestimmungen zwischen professionellem Journalismus und anderen Formen öffentlicher Kommunikation, die insbesondere in digitalen Medienumgebungen eine Herausforderung darstellen. Die relationale Untersuchungsperspektive erlaubt eine nuancierte und dynamische Betrachtung von Grenzveränderungen, die über die dichotome Unterscheidung von Journalismus und Nicht-Journalismus hinausweist.}, journal = {SCM Studies in Communication and Media}, pages = {37--98}, author = {Reißmann, Wolfgang and Lünenborg, Margreth and Siemon, Miriam}, volume = {14}, number = {1} }